Forum Recht

DIENSTAG, 5. JUNI 2018

Ort: CongressCenter, 1. OG, Raum H. Erhardt

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08:30 - 09:30
Check-In
09:30 - 09:35
Begrüßung Carl-Zeiss Saal
09:35 - 10:30

Additive Fertigungsverfahren (AM), zum Zweck des Prototypings imVersuchsfahrzeugbau und die Fahrzeugentwicklung, sind seit mittlerweile knapp 30 Jahren im Einsatz und für diesen Nutzen etabliert. Die BMW Group gilt nicht nur als "early adopter" in diesem Feld, da die Technologien frühzeitig zielgerichtet eingesetzt wurden, sondern auch als etablierter Partner, wenn es darum geht neue Potentialfelder für neueste AM Technologien oder Werkstoffe zu identifizieren.
Sowohl auf Seiten der kunststoffbasierten, als auch auf Seiten der metallbasierten AM Verfahren wurde in den letzten Jahren intensiv mit einer strategischen Roadmap an der Serienbefähigung als logische Weiterführung zum Prototyping gearbeitet. Das verfolgte Ziel war es dabei nicht „Showcases“ zu generieren, sondern stets die gezielte Nutzung der verfahrensspezifischen Vorteile – Werkzeugsubstitution bei Kleinserien, Personalisierung, sowie belastungs- und verfahrensgerechte Bauteilauslegung für die Serie.
Anhand einiger Pilotprojekte wurde bereits in der Vergangenheit erfolgreich gezeigt, wo die AM-Verfahren für Kundenbauteile zum Einsatz kommen können. Mittlerweile ist die Additive Fertigung eine wichtige Säule der Digitalisierungsstrategie im Produktionsnetzwerk der BMW Group, um auch zukünftig nachhaltig und effizient produzieren zu können. Durch die Zusammenarbeit mit neuen Start-Ups und innovativen Partnern im AM Umfeld steigen die Qualität, Wirtschaftlichkeit und somit auch die Einsatzgebiete, weshalb es für die BMW Group essentiell ist weiterhin Vorreiter auf dem Gebiet der Additiven Fertigung zu bleiben.
In dem Vortrag wird gezeigt, wie der Serieneinsatz von AM-Technologien stufenweise vorangetrieben und umgesetzt wurde. Dabei wird neben der technischen und wirtschaftlichen Ebene auch auf strategisch zielführende Investitionen und Partnerschaften eingegangen, sowie gezeigt wie entsprechende Abnehmerprojekte mit der Fokussierung auf Bauteile in Endkundenqualität entwickelt und abgesichert wurden.

Keynote 1
Dr. Dominik Rietzel | BMW Group

Herr Dr.-Ing. Dominik Rietzel studierte an der TU München Chemieingenieurwesen mit der Vertiefungsrichtung Werkstoffe und deren mechanische Eigenschaften. Seine Diplomarbeit befasste sich mit der Qualifizierung von Kunststoffen für medizinische Anwendungen und wurde mit dem DIN Preis für Standardisierung ausgezeichnet. Die Dissertation mit dem Titel "Werkstoffverhalten und Prozessanalyse beim Laser-Sintern von Thermoplasten" fertigte er in der Zeit von 2007 bis 2011 am Lehrstuhl für Kunststofftechnik (LKT) der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg an. Die erlangten Erkenntnisse können besonders zur Qualifizierung und Verbesserung der Verarbeitbarkeit neuer Thermoplaste genutzt werden, da sie einen Einblick in die fundamentalen Zusammenhänge des Schmelz- und Kristallisationsvorgangs bei pulverbettbasierten Verfahren geben. Herr Rietzel gehörte diversen Normungsgremien an und konnte als stellvertretender Leiter der VDI Fachausschusses "Additive Manufacturing - Kunststoffe" dazu beitragen die erste Richtlinie zur Güteüberwachung von Laser-Sinterbauteilen (VDI 3405 Blatt 1) zu realisieren.
Nach seiner Promotion sammelte er erste industrielle Erfahrungen in der Automobilbranche bei der MAN Truck & Bus GmbH, wo er zuletzt die "Qualitätssicherung, Korrosionsschutzlinie und Lackdisposition" in der Fahrerhauslackiererei verantwortet hat. Auch in dieser Zeit befasste er sich weiter mit der Additiven Fertigung und war unter anderem als Berater für Anlagenhersteller in AM Bereich tätig.
Mit seinem Wechsel zur BMW Group legte er seinen Schwerpunkt wieder auf AM Technologien und deren Anwendungen im automobilen Umfeld. Dabei war er unter anderem für die Integration neuer Technologien in die Fertigung (z.B. MJF oder CLIP) verantwortlich. In dieser Vorentwicklungstätigkeit konnten die ersten Ansätze geschaffen werden für die Personalisierung von Produkten, wie beispielsweise dem Side Scuttle oder der Dekorblende von MINI, welche in 2018 mit „MINI Yours Customised“ in Serie gegangen sind. Seit 2016 leitet Herr Rietzel im Additive Manufacturing Center der BMW Group die Fachabteilung Nichtmetalle und ist dort für die F&E Aktivitäten, den Prototypenbau sowie die Serienproduktion verantwortlich.

10:30 - 10:45
Pause
Session 1
Moderation: Marco Müller-ter Jung, DWF Germany Rechtsanwaltsgesellschaft mbH
10:45 - 11:15

Scanning, Reverse Engineering oder Neuentwicklung - woher kommen die Konstruktionsdaten?

Vortrag 1/1
Stefan Kleszczynski | VDI-Ausschuss „Rechtliche Aspekte der additiven Fertigungsverfahren“
11:15 - 11:45

Welche rechtlichen Risiken bestehen für Unternehmen, wenn im Rahmen der additiven Fertigung Markenware betroffen ist?

Eine Marke gibt dem Markeninhaber grundsätzlich das Recht, gegen jeden vorzugehen, der die geschützte Marke ohne seine Zustimmung benutzt. Im Rahmen der additiven Fertigung können markenrechtliche Fragen in allen Phasen des Fertigungsprozesses relevant werden. Der Vortrag wird unter anderem auf die nachfolgenden Fragen eingehen:

• Ist das Einscannen von Markenware mit einem 3D-Scanner, um eine CAD-Vorlage zu erstellen, markenrechtlich zulässig?
• Darf eine CAD-Vorlage, die Marken enthält, online versendet, heruntergeladen oder anderweitig verbreitet werden?
• Inwieweit kann der 3D-Ausdruck und der Vertrieb der ausgedruckten Produkte die Rechte eines Markeninhabers verletzen?

Liegt eine Markenrechtsverletzung vor, stehen dem Markeninhaber gesetzliche Abwehransprüche zu. Der Vortrag wird einen Überblick über diese Ansprüche geben und aufzeigen, wie Unternehmen Haftungsrisiken vermeiden können.

Vortrag 1/2
Dr. S. Dennis Engbrink | ZIRNGIBL Rechtsanwälte Partnerschaft mbH

Herr Dr. S. Dennis Engbrink, LL.M., ist als Rechtsanwalt am Berliner Standort für die Kanzlei ZIRNGIBL Rechtsanwälte mbB tätig. Er berät und vertritt gerichtlich als auch außergerichtlich Unternehmen auf dem Gebiet des geistigen Eigentums und Gewerblichen Rechtsschutzes (IP), insbesondere in den Bereichen Wettbewerbs-, Marken- und Urheberrecht. Das Studium der Rechtswissenschaften absolvierte er in Köln, Wellington und Amsterdam. Weitere Auslandsstationen führten ihn nach Brüssel (Rat der EU) und Tokio (internationale Großkanzlei). Nach Abschluss des Studiums war er als juristischer Mitarbeiter in zwei Großkanzleien in Berlin im Bereich Wirtschaftsrecht und IP tätig.

11:45 - 13:30
Mittagspause und Besuch der Fachmesse
Session 2
Moderation: Marco Müller-ter Jung, DWF Germany Rechtsanwaltsgesellschaft mbH
13:30 - 14:00

Standards sorgen in allen Branchen dafür, dass Abläufe nicht immer wieder aufs Neue definiert werden müssen und es eine Vorgehensweise gibt, die allgemein Anerkennung erfährt. Additive Lohnfertiger bieten Leistungen an, die von verschiedenen Auftraggebern in Anspruch genommen werden können. Diese erwarten wiederum eine gleichbleibende Teilequalität über verschiedene Aufträge hinweg sowohl bei immer dem gleichen als auch bei verschiedenen Dienstleistern. Hier sind Normen, wie z.B. die ISO/ASTM 52901 für ein Gelingen der verteilten Teilefertigung von enormer Bedeutung. In speziellen Branchen, wie der Luftfahrtindustrie sind darüber hinaus weitere Anforderungen an die additive Lohnfertigung durch DIN-Normen definiert, z.B. zur Prüfung und Lieferbedingungen oder auch ganz speziell zur Qualitätskontrolle von metallischen Bauteilen. Dem gegenüber steht der Aufwand, insbesondere für kleine Unternehmen, eine korrekte Befolgung aller Normen zu gewährleisten und die Entwicklung neuer Standards im Blick zu behalten.  

Vortrag 2/1
Max Rehberger | TÜV SÜD Product Service GmbH

Max Rehberger ist Wirtschaftsingenieur (M.Sc.) mit Erfahrung im Bereich Werkstofftechnik und in der additiven Serienfertigung im Dentalbereich. Er ist bei TÜV SÜD in die Entwicklung von Zertifizierungsansätzen für additiv gefertigte Bauteile und das dafür eingesetzte Personal entlang der gesamten Wertschöpfungskette involviert. Aus seinen Tätigkeiten bei verschiedenen Forschungsinstituten im Bereich der ressourceneffizienten Produktionstechnik besitzt er Erfahrung aus verschiedenen Forschungsprojekten. Als DIN Mitglied ist er im DIN NWT 145 AA und im ISO/TC 261 Additive Manufacturing aktiv.

14:00 - 14:30

Die additive Fertigung kommt längst nicht mehr nur im Prototypenbau zum Einsatz, sondern auch zur Herstellung von Endprodukten. Damit gehen veränderte Produktionsprozesse, der Einsatz neuer Werkstoffe, veränderte Liefer- und Leistungsbeziehungen und innovative Businessmodelle im Kontext von 3D-Druck einher, die eine Vielzahl rechtlicher Fragen aufwerfen. Für die beteiligten Unternehmen ist es von hoher Bedeutung, die Komplexität der rechtlichen Fragen und Zusammenhänge im Bereich des 3D-Drucks frühzeitig zu erkennen, um die wirtschaftlichen Potentiale vollends auszuschöpfen, indem die Rechtsfragen von vornherein einbezogen und das jeweilige Geschäftsmodell rechtskonform aufgesetzt wird, um Fallstricke zu vermeiden. Der Vortrag gibt einen Überblick über die wesentlichen Rechtsfragen – von Rechten an den Daten, über Fragen des Schutzes des geistigen Eigentums bis hin zur Product Development Compliance, Abgrenzung der Leistungspflichten der Beteiligten und der IT-Sicherheit.

Vortrag 2/2
Marco Müller-ter Jung | DWF Germany Rechtsanwaltsgesellschaft mbH

Marco Müller-ter Jung, LL.M. (Informationsrecht) ist Partner und Fachanwalt für IT-Recht in der internationalen Wirtschaftskanzlei DWF. Seine Schwerpunkte liegen im IT- und Technologierecht, Recht des geistigen Eigentums sowie in der Gestaltung von (IT- und Lizenz-) Verträgen. Er berät national und international tätige Unternehmen der Informationstechnologie- und Telekommunikationsbranche in branchenspezifischen wirtschaftsrechtlichen Fragen ebenso wie Anwenderunternehmen zu Problemstellungen des IT-Rechts. Darüber hinaus gestaltet Marco Müller-ter Jung die Rechtsfragen für Unternehmen bei der Entwicklung neuer innovativer Technologien, etwa in den Bereichen Additive Manufacturing, Autonomous Driving, IT- und Cyber-Security, Internet-of-Things, Industrial Internet und Big Data.
Des Weiteren ist er stellvertretender Vorsitzender des Fachausschusses 105.5 „Rechtliche Aspekte der additiven Fertigung“ beim VDI und publiziert regelmäßig zu spezifischen Rechtsfragen im IT- und Technologierecht.

14:30 - 15:00

3D-Druck-Versicherung? - Versicherbarkeit von Risiken in additiven Fertigungsverfahren

Vortrag 2/3
Martin Hake | R+V Allgemeine Versicherung AG
15:00 - 15:30
Pause
Session 3
Moderation: Marco Müller-ter Jung, DWF Germany Rechtsanwaltsgesellschaft mbH
15:30 - 16:00

Wie industrieller 3D-Druck die Ersatzteilfertigung der Zukunft verändern wird

Vortrag 3/1
Dr. Marius Lakomiec | EOS GmbH
16:00 - 16:30

Gewerbliche und geistige Schutzrechte vs. Ersatzteilfreiheit

Vortrag 3/2
Prof. Dr. Dr. Ensthaler | TU Berlin
16:30
Ende
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